Schwedische Wahlsiegerin Andersson scheitert mit Regierungsbildung
Nach dem hauchdünnen Sieg des Mitte-Links-Lagers bei der Parlamentswahl in Schweden ist der sozialdemokratischen Spitzenkandidatin Magdalena Andersson die Bildung einer Regierung nicht gelungen. Derzeit gebe es "keine Möglichkeit für mich, eine Regierung zu bilden", sagte Andersson am Montag vor Journalisten. Parlamentspräsident Andreas Norlen dürfte nun einen anderen Parteivorsitzenden mit der Regierungsbildung beauftragen - voraussichtlich den amtierenden Regierungschef Ulf Kristersson aus dem konservativen Lager.
Das Mitte-Links-Lager hatte die Parlamentswahl vor zwei Wochen knapp gewonnen. Die vier Parteien - Anderssons Sozialdemokraten sowie die Grünen, die Linkspartei und die Zentrumspartei - kommen laut dem offiziellen Endergebnis zusammen auf 176 Sitze im Parlament. Auf das konservative Bündnis Kristerssons entfallen 173 Sitze. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten mussten erhebliche Einbußen hinnehmen.
Kristersson führte bisher eine Minderheitsregierung aus seinen Moderaten, den Christdemokraten und den Liberalen an, die im Parlament auf die Unterstützung der Schwedendemokraten angewiesen war. Kristersson dürfte nun versuchen, die Zentrumspartei für eine mögliche Regierung zu gewinnen. Die Partei ist jedoch strikt gegen eine Regierung, an der die Schwedendemokraten beteiligt sind.
C.Martinez--BT