Deutscher in Russland festgenommen - US-Bürger Hubbard nach vier Jahren frei
Die russischen Behörden haben einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten wegen des Vorwurfs des "Söldnertums" für die Ukraine festgenommen - ein seit vier Jahren in Russland inhaftierter US-Bürger wurde derweil freigelassen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB habe "einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aktives Mitglied der ukrainischen Streitkräfte ist", berichteten russischen Nachrichtenagenturen am Mittwoch unter Berufung auf den FSB. US-Präsident Donald Trump erklärte, der US-Bürger Stephan Hubbard sei ohne Gegenleistung freigelassen worden.
Laut einer Mitteilung des FSB soll sich der Deutsche, dessen Name zunächst nicht bekanntgegeben wurde, für drei Jahre den ukrainischen Streitkräften verpflichtet haben. Der Mann sei im November 2025 in die Ukraine gekommen und sei desertiert, da er seinen Sold nicht erhalten habe, erklärte der FSB weiter.
Demnach war der Mann zuvor für die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz. Zudem soll er in Somalia und in Syrien gekämpft haben. Der 1976 geborene deutsche "Scharfschütze" habe außerdem zwischen 2016 und 2018 bereits in der Ukraine gedient.
Der FSB veröffentlichte ein Video, in dem sich der Mann während seiner Festnahme auf Deutsch äußert. Weshalb sich der Soldat in Russland aufhielt, wurde nicht bekannt gegeben. Auch zum Ort und den genaueren Umständen seiner Festnahme wurden keine Angaben gemacht.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte in Berlin, die Bundesregierung habe die Medienberichte über die Festnahme zur Kenntnis genommen. Sie könne sich zu möglichen Einzelfällen jedoch nicht im Detail äußern.
Russland, das im Februar 2022 eine großangelegte Offensive gegen die Ukraine gestartet hatte, gibt häufiger Festnahmen mutmaßlicher Kollaborateure Kiews bekannt. Erst vor einer Woche hatte Moskau die Festnahme eines Schweden gemeldet, dem es vorwarf, für die Ukraine zu kämpfen.
Der US-Bürger und ehemalige Lehrer Stephan Hubbard wurde unterdessen am Mittwoch aus einem russischen Gefängnis entlassen. Nach den Worten von US-Präsident Trump befand er sich bereits auf dem Weg in die USA. "Stephan ist unterwegs nach Hause und wird bald bei seiner Familie sein", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.
Hubbards Freilassung sei "ohne Gegenleistung" erfolgt, betonte Trump. Die USA seien "aus Respekt für Präsident Trump" nicht dazu verpflichtet worden, im Gegenzug etwas zu leisten, erklärte Trump. Die USA hatten in der Vergangenheit wiederholt Gefangene mit Russland ausgetauscht.
Trump selbst brachte die Freilassung aber in Zusammenhang mit der von ihm verfügten Aussetzung des jüngsten Sanktionspakets gegen Russland. Wären die Sanktionen wie geplant in Kraft getreten, wären die Verhandlungen über Hubbards Freilassung sicher zum Stillstand gekommen, schrieb er.
Kurz zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Freilassung Hubbards bekannt gegeben. Die Ankündigung erfolgte während eines Besuchs des US-Sondergesandten Steve Witkoff in Russland. Witkoff dankte Putin im Namen von Trump und der "gesamten amerikanischen Nation". "Sie sprechen oft darüber, dass mein Präsident, Präsident Trump, ein Humanist sei. Sie sind selbst ein Humanist", sagte Witkoff.
Trump hatte am Montag erklärt, dass er um die Freilassung Hubbards gebeten hatte. Er habe "ausführlich" mit Putin über den Fall gesprochen.
Hubbard, ein Lehrer im Ruhestand, war vor Jahren in der Ukraine von russischen Streitkräften gefangen genommen worden. Seine Festnahme wurde zunächst geheimgehalten. Im Oktober 2024 wurde er dann in Moskau wegen angeblichen "Söldnertums" für die Ukraine zu einer Haftstrafe von fast sieben Jahren verurteilt. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die russischen Ermittler gaben an, der frühere Lehrer sei einem ukrainischen Verteidigungsbataillon beigetreten und habe dafür "mindestens tausend Dollar" Sold pro Monat erhalten. Er selbst bestritt die Vorwürfe.
Zur Zeit seiner Verurteilung war Hubbard 72 Jahre alt. Ein früherer ukrainischer Mitgefangener berichtete im Herbst 2024, der US-Bürger sei wie viele andere Inhaftierte mit Essensentzug und Elektroschocks gefoltert worden.
Russische Gerichte haben in den vergangenen vier Jahren lange Gefängnisstrafen gegen hunderte Menschen verhängt, denen sie unter anderem Landesverrat, Sabotage oder Spionage zur Last legen. Auch mehrere Ausländer wurden verurteilt.
Im April hatten russische Behörden nach eigenen Angaben eine Deutsche mit einer selbstgebauten Bombe im Rucksack festgenommen. Sie warfen ihr vor, im Auftrag der Ukraine eine öffentliche Einrichtung in die Luft sprengen zu wollen.
A.Garcia--BT