"Bewusstsein geschärft": Iren senden Botschaft mit Protest
Nach dem politisch aufgeladenen Nations-League-Duell mit Israel und den "herausfordernsten Wochen" seiner Trainerkarriere ist Irlands Nationalcoach Heimir Hallgrimsson mit der gesendeten Botschaft zufrieden - und stolz auf seine Mannschaft. "Es war für so viele Spieler so schwierig", sagte der Isländer dem Rundfunksender RTE.
"Ich hoffe, dass das im nächsten Spiel nicht mehr der Fall sein wird, denn sie haben ihre Unterstützung für den Protest gezeigt und weltweit, nicht nur in Irland, das Bewusstsein für dieses Thema geschärft", führte Hallgrimsson fort: "Und das ist im Wesentlichen der Grund für Proteste: das Bewusstsein für eine Situation schaffen."
Als das "umstrittenste Sportereignis der jüngsten Vergangenheit" bezeichnete die irische Sun die Partie unter der Leitung des deutschen Schiedsrichters Harm Osmers im ungarischen Debrecen, die die Iren mit 3:0 gewannen. Der Fußball stand im Hintergrund, Protestaktionen prägten das Bild.
Die Spieler beider Teams verzichteten auf die sonst üblichen Gesten. Die Iren neigten ihren Kopf beim Abspielen der israelischen Hymne zu Boden, es gab weder Shakehands noch das Übergeben eines Wimpels. Irlands Ersatzkeeper Gavin Bazunu blieb der Begegnung in einer Form des Boykotts gänzlich fern.
"Irland besiegt Israel in einer trostlosen Farce, nach der sich alle betrogen fühlen", titelte die Irish Times. Für Irish Independent habe Irland zwar "Punkte gewonnen, aber wenig erreicht".
Die irischen Spieler trugen zudem schwarze Armbinden – eine Geste, die David Courell, der Geschäftsführer des irischen Fußballverbands, als "Würdigung aller im Gaza-Konflikt verlorenen Menschenleben" bezeichnete. Vor dem Spiel war auch über einen kompletten Boykott diskutiert worden.
Troy Parrott (13.), Adam Idah (16.) und Jack Moylan (25.) erzielten die Tore für die Iren. Nach dem dritten Treffer zog Moylan die schwarze Binde vom Arm und küsste sie.
H.Sanchez--BT