Abschluss der 250-Jahr-Feierlichkeiten: Trump veranstaltet Autorennen in Washington
Mit einer Ehrenrunde in seiner gepanzerten Limousine und dem Schwenken der grünen Flagge hat US-Präsident Donald Trump ein von ihm selbst ins Leben gerufenes Autorrennen quer durch Washington eröffnet. Der "Freedom 250 Grand Prix" am Sonntag bildete den Abschluss der wochenlangen Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten.
Vor Beginn des Rennens drehte Trump in seinem unter dem Spitznamen "The Beast" bekannten Präsidentenlimousine eine Ehrenrunde auf der Rennstrecke, die an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei durch das Zentrum der US-Hauptstadt führte. Anschließend verfolgte er gemeinsam mit seiner Frau Melania von einer Ehrenloge aus das Spektakel. "Am Ende ist es größer geworden, als wir es je für möglich gehalten hätten", sagte der US-Präsident dem US-Sender Fox, der das Rennen übertrug. "Die Strecke ist wunderbar."
Vor dem Start des Rennens begrüßte Trump einige Fahrer. "Viel Glück, macht es gut, habt Spaß", sagte er den Sportlern. Es folgten Überflüge von US-Kampfflugzeugen, darunter ein Tarnkappenbomber. Der Flugverkehr am nahegelegenen Reagan-Flughafen wurde wegen des Rennens unterbrochen.
Die Veranstaltung wurde von den Organisatoren der IndyCar-Meisterschaft ausgerichtet, einer US-Motorsportserie, deren Fahrzeuge denen der europäischen Formel 1 ähneln. "Das ist unwirklich für uns alle", sagte der US-Fahrer Kyle Kirkwood vor dem Start. "In dreißig Jahren werden wir zurückblicken und merken, dass das eines der coolsten Rennen war, die wir je gefahren sind."
Der Spanier Alex Palou sprach von einer "spektakulären" Kulisse für das Autorennen. "Die Gebäude um uns herum zu sehen, das Kapitol, wenn man aus Kurve sieben herauskommt - das ist einfach unglaublich."
Die Rennwagen waren mit Geschwindigkeiten von bis zu 298 Stundenkilometern unterwegs. Insgesamt 25 Fahrer sollten auf der Rennstrecke 147 Runden absolvieren. Die Organisatoren erwarteten im Vorfeld bis zu 100.000 Besucher.
Mit seiner zentralen Rolle bei der Abschlussveranstaltung rückte Trump erneut seine eigene Person in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 250 Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. Diese hatten sich über den Sommer hinweggezogen und ganz im Zeichen der Einflussnahme des US-Präsidenten gestanden. Ihren offiziellen Anfang nahmen sie am 14. Juni mit einem Käfigkampf-Spektakel vor dem Weißen Haus, das mit Trumps 80. Geburtstag zusammenfiel.
Am Vorabend des Jahrestages, am 3. Juli, hatte Trump vor einer angeblichen "kommunistischen Bedrohung" des Landes gewarnt, am Jahrestag selbst verunglimpfte er die oppositionellen Demokraten pauschal als "Kommunisten". Den Tag beendete ein rund 40-minütiges Feuerwerk mit rund 850.000 Feuerwerkskörpern - ein "Weltrekord", wie der als Freund der Superlative bekannte Trump betonte.
Am selben Tag fand nahe des Kapitols ein Aufmarsch vermummter Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Patriot Front statt. Sie riefen "Reclaim America!" (Erobert Amerika zurück). Einige von ihnen schwenkten Konföderiertenflaggen - die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten im US-Bürgerkrieg (1861 bis 1865), die heute als rassistisches Symbol gilt.
Die Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten. Im November finden die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress statt. Trumps Republikanern droht dabei eine schmerzliche Niederlage.
E.Lara--BT